00:00:06: Rhythmuskontrolle durchführen.
00:00:08: Wir brauchen Ressourcen da, wo Menschen hilflos sich nicht an jemanden wenden
00:00:12: können.
00:00:14: Ein Mensch liegt am Boden – keine Reaktion, keine Zeit.
00:00:17: Da sind viele Stimmen, da ist viel Bewegung und viel Unsicherheit.
00:00:21: Und dann kommt sie!
00:00:23: Sie übernimmt, entscheidet und handelt.
00:00:25: Nicht im Krankenhaus sondern hier jetzt draußen am Unfall am Einsatzort.
00:00:31: Sekunden in denen alles zählt.
00:00:33: Diagnose, Entscheidung Handlung ohne zweite Chance.
00:00:39: Und genau darüber sprechen wir heute!
00:00:41: Mein Gast ist Dr.
00:00:42: Daniela Kanz, sie ist Notärztin auf Osedom und ärztliche Leiterin – und jemand der genau in diesen Momenten Verantwortung trägt.
00:00:51: Was ihr erlebt bleibt oft nicht sichtbar.
00:00:54: Oft erzielt sie Geschichten, die bei mir nachhallen.
00:00:58: Heute gibt sie uns einen Einblick in ihre Arbeit.
00:01:01: Ich bin Antje.
00:01:02: Das hier ist mein
00:01:03: Herzensprojekt.
00:01:05: Gemeinsam mit dir und den Kollegen will ich der Welt zeigen, was wir alles Gutes tun.
00:01:20: Heute geht es um den notärztlichen Dienst.
00:01:22: Um die Sekunden, in denen alles auf den Punkt kommt.
00:01:25: Diagnose, Entscheidung, Handlung... Mein Gast heute ist Dr.
00:01:28: Daniela Kanz.
00:01:29: Notärztin und ärztliche Leitung des notärzlichen Dienstes des DRK in Mecklenburg-Vorpommern.
00:01:35: Frau Dr.
00:01:35: Kanz!
00:01:37: Wir haben uns auf ein Duge
00:01:39: eingegangen.
00:01:40: Danke, dass ich da sein darf.
00:01:41: Schön, dass du da bist.
00:01:43: Daniela, ich nehme dich gleich mal mit in eine deiner typischen Situation.
00:01:46: Du kommst an einen Einsatzort der Menschen schauen Dich an und erwarten Antworten.
00:01:50: Es gibt keine zweite Chance.
00:01:52: es gibt auch keine Zeit für lange Analysen.
00:01:55: Was ist in diesen ersten Sekunden dein innerer Anker?
00:01:58: Woran richtest du Dich aus um sofort die richtigen Entscheidungen zu treffen?
00:02:02: Das ist in der Notfallmedizin tatsächlich nicht die große Herausforderung, dass wir innerhalb von wenigen Sekunden entscheiden müssen was jetzt die richtigen Maßnahmen sind.
00:02:11: Hier ist ganz wichtig zu sagen das wir im Rettungsdienst als Team arbeiten, d.h.
00:02:15: ich komme als Notarzt nicht alleine an die Einsetzstelle sondern ich habe meinen Rettungswagen dabei, es sind zwei Kollegen und meinen Notarz in meinem Notarzzfahrzeug den Assistenten auf meinem Notarzfahrzeug.
00:02:26: D.h.,
00:02:26: wir sind zu viert vor Ort, das dürfen wir an dieser Stelle natürlich nicht weglassen so, die nach standardisierten Schematalienpatienten untersuchen und sofort erkennen, welche lebensrettenden Maßnahmen erforderlich sind.
00:02:39: Und wie als Notärzte mit unserer klinischen Expertise dann Maßnahmen ergreifen können?
00:02:45: Die über das was der notfallsehnlichen Erkannte hinausgeht insbesondere bei Herzstillständen oder schwersten Verletzungen.
00:02:52: ist es dann erforderlig dass wir schnell Maßnahmen ergraifen, die wer als Not Ärzte beherrschen?
00:02:56: Viele sagen, der Notarzt kommt, wenn es besonders ernst ist.
00:03:00: Aber das beschreibt auch eine Oberflächlich.
00:03:02: Was passiert aus deiner Sicht in diesen ersten Minuten vor Ort wirklich?
00:03:05: Medizinisch und was aufhin das Team angesprochen.
00:03:08: Und auch in der Führung einer Lage.
00:03:10: Auch mit Blick nach vorne.
00:03:12: Welche Rolle spielen dabei neue Strukturen wie zum Beispiel Telenotarzt?
00:03:17: Gerade wenn es darum geht, ärztliche Expertise schneller verfügbar zu machen und ressourcengezielte einzusetzen.
00:03:23: Also grundsätzlich haben wir, und das hat viele auch schon mitbekommen als Rettung.
00:03:27: Sie ziehen große Herausforderungen, dass die Bürger häufig gar nicht wissen an wen sich wenden selbst wenn es aus unserer Sicht gar keinen Notfall vorliegt.
00:03:36: Das ist tatsächlich eine große Herausforderung, dass wir immer mehr Einsätze haben, die gar nicht lebensbedrohlich sind wo wir als Notärzte aber auch Entscheidungen treffen müssen also hinsichtlich sozialer Entscheidung hier.
00:03:46: man kann einfach nicht mehr zu Hause alleine wohnen.
00:03:48: Es ist doch deutlich weniger Lebensgefahr, die wir erleben als Menschlichkeit.
00:03:53: Und dort sind wir aufgrund der vielen Einsätze auch darauf angewiesen, dass unsere Notfallsanitäter – du hast es gerade angesprochen den Telenotarzt.
00:04:01: dass wir bei so einsetzen muss, auch um Entscheidungshilfe geht oder Dinge wie mal den Blutdruck senken oder die Hand halten.
00:04:09: Oder auch psychische Notfälle.
00:04:10: Auch denen nimmt zu hat der Telenotarzt eine besondere Rolle weil hier keine ich sage es mal invasive lebensrettende Maßnahmen erforderlich sind sondern der notversendigte beraten werden kann.
00:04:21: bei Entscheidungsfindungen ist also nicht nur als Überbrückung da bis der bodengebundene Notarzt oder der Notarz quasi als Mensch ankommt als Ressource auch da die Notfasernität dabei, ich sage mal Niedrigschwellerin nicht lebensbedrohlichen Einsätzen zu unterstützen.
00:04:38: Das ist eine große Ressourse, die sich ja gerade in ganz Mecklenburg ausbildet.
00:04:42: Als Team haben wir einfach immer wieder die Herausforderung zu unterscheiden geht es um Leben und Tod oder geht das um etwas was wir als Menschen als Rettungsdienst auch leisten müssen?
00:04:53: Da aber vordergründig Betreuen und Lösungen finden sie sich derzeit Wir wissen das alle aufgrund der Hausarzt-Situation eben nicht anders lösen lässt.
00:05:02: Und das sehe ich auch als große Herausforderung, vielleicht auch nochmal das Stiefwort gemeine Notfallsanität.
00:05:06: Also wir brauchen Ressourcen gar nicht so sehr im Bereich der akuten Lebensbedrohungen.
00:05:11: Wir brauchen Rassourcen da wo Menschen hilflos sich nicht an jemanden wenden können.
00:05:16: Prish sprichst
00:05:16: du ja auch was Systemrelevantes an?
00:05:18: Wenn man auf dieses System schaut sieht man die Einsätze werden mehr, die Lagen komplexer gleichzeitig wird es aber auch schwieriger genügend Notärzte zu gewinnen.
00:05:27: Wo erlebst du im Alltag die größten Spannung zwischen Anspruch und Realität?
00:05:33: Ganz direkt, wo merkst du dass das System vielleicht heute an ihre Grenzen kommt.
00:05:38: Im Grunde zahlt es auch auf das gleiche Thema wieder ein.
00:05:40: wir kriegen immer mehr Einsätze die sehr weit auseinander liegen.
00:05:46: Also wir haben einerseits den nicht Notfallpatienten, der unseren psychischen Beistand braucht und einfach Lebenshilfe brauche.
00:05:55: Und auf der anderen Seite haben wir den schwerst verletzten, schwerster kranken Patienten.
00:05:59: Das heißt der Notarzt heutzutage... hat in seinem Kompetenzrahmen deutlich mehr zu erfüllen und das ist schwierig zu erreichen, weil wir in der Ausbildung von Notärzten gar nicht berücksichtigen.
00:06:11: Das heißt, wir bilden den Notfallmediziner aus, der den Schwerstverletzten behandeln kann, der wiederbeleben kann aber der überfordert ist wenn ein Patient vielleicht eine psychische Krise hat.
00:06:23: Und das ist die große Herausforderung dass viele Notärzte auch diese Herausforderungen sehen, dass sie sie nicht leisten können und dann doch in die Klinik gehen.
00:06:33: Und wir sehen insgesamt aber auch eine Abwanderung der Ärzte ins Ausland – das darf man eben nicht vergessen.
00:06:38: Das heißt, wir haben nicht nur insgesamt wenige Ärzten sondern auch weniger Notärzte weil auch einige der Kollegen mit der Vielzahl an Nicht-Notfall einsetzen, die uns ja trotzdem körperlich fordern, weil wir eben im vierundzwanzig Stundendienst mehrfach auch nachts raus müssen und dann vielleicht feststellen, dass es ein Patient hätte nicht den Notruf wählen dürfen.
00:06:59: Aber das ist das System.
00:07:01: Und nicht jeder möchte in diesem System Notarzt sein.
00:07:04: Das ist eine Herausforderung.
00:07:06: Mir liegt noch ein Thema auf dem Herzen.
00:07:08: Das DHK denkt ja den Notarzdienst bewusst als eigene Organisationseinheit mit dem Ziel Versorgung landesweit zu sichern und weiterzuentwickeln – auch in Bereichen wie Luftrettungen oder Telemedizin?
00:07:22: Warum ist es aus deiner Sicht wichtig, den Notarztdienst genauso zu organisieren als eigenständige Einheit und strategischer auch zu denken?
00:07:33: Und vielleicht auch noch weiter gedacht.
00:07:36: Welches Potenzial steckt im notärztlichen Dienst des DRK gerade auch für größere Lagen oder Katastrophen wie diese Ressource bisher noch gar nicht vollständig genutzt wird?
00:07:48: Also das DRK hat sich schon vor vielen Jahren entschieden, den Notarztdienst dahingehend professionellere Weise zu organisieren.
00:07:55: Dass eine eigene Ausgründung geschaffen wurde also eigene Verwaltungs- und Organisationsstrukturen.
00:08:01: Das heißt, der DRK-notärztliche Dienst verfügt über einen eigenen organisierten Pool von Notärzten.
00:08:07: Was den großen Vorteil hat, dass es eben nicht das System der bedarfsweise gebuchten Honorarerzte ist oder Klinikärzte die wir sonst sehen sondern wir als Organisation zu einer Nähe übernehmen dann auch die Verantwortung für die Fortbildung unserer Notärzte.
00:08:21: Wir leisten Qualitätsmanagement und wir treten in Aktion mit den Rettungswachen wo wir unsere Notärze gestellen.
00:08:26: Es heißt, wir schaffen ein System was Verantwortung die Noterziehendst übernimmt und eben es nicht nur als Honorar-Resource sieht, also Honorarartresource.
00:08:36: Was den großen Vorteil hat, dass wir diesen Qualitätsanspruch nicht nur transparent machen können sondern auch aufrechterhalten können.
00:08:45: und gerade was der Anspruchs mit dem Blick auf Katastrophen lagen oder vielleicht auch niedrigschwelliger eine große Einsatzlage.
00:08:52: Wir haben weit über hundert Honorarärzte, über fünfundzwanzig fest angestellte Ärzte immer dort verfügbar.
00:09:00: Die natürlich auch da, wir sind in Wachen sind aber verfügbare.
00:09:03: und da ist das Potenzial was wir sehen dass wir im Rahmen von größeren Einsatzlagen auf die Kollegen zurückgreifen können mit modernen Alamierungsmitteln, dort die Kollegen zum einem Treffpunkt dann im Rahmen der bedarfsweisen ärztlichen Einsatz hinzurufen können.
00:09:21: Weil wir letztendlich auch wissen aus den Kliniken werden wir kaum Ärzte bekommen weil dort auch die Personalsituation es gar nicht hergeben würde.
00:09:28: unsere Ärzten die gerade keinen Dienst haben sind letztendling verfügbar und diese Ressource wollen wir auch weiter ausbauen natürlich immer in der Hoffnung, dass so etwas nicht passiert.
00:09:38: Aber wenn dann sind wir vorbereitet und können eben eine große Anzahl an Notärzten über moderne Kommunikationsmittel bereitstellen?
00:09:47: Klingt spannend!
00:09:48: Daniela!
00:09:50: Vielen Dank für das Gespräch!
00:09:52: Ja lieber Erhörer du hast gehört ärztliche Versorgung beginn dich erst im Krankenhaus.
00:09:57: Sie beginnt mit einem verlässlichen Netzwerk an Not Ärzten und genau in den Momenten, in denen jede Sekunde zählt.
00:10:02: Und Daniela hat jetzt auch gerade sehr charmant und fachlich mit ihrer Expertise ausgeführt oder lebt von Menschen, die genau dann Verantwortung übernehmen.
00:10:11: Daniela, danke für deine Expertise!
00:10:13: Sehr gerne, bis bald!
00:10:16: Kreuz
00:10:17: und Quer.
00:10:18: Der Podcast ist DRK in Mecklenburg-Vorpommern.
00:10:22: Wir treffen uns zweimal im Monat hier.
00:10:24: Zusammen reisen wir durch die Vielfalt unseres roten Kreuzes.
00:10:28: Du willst dabei sein?
00:10:29: Dann melde dich bei mir.
00:10:30: Lass uns zusammen auf diese Höhereise gehen.
00:10:33: Bereit dann freue ich mich auf deine Geschichte in Kreuz und Quer.